Was passiert bei der MPU wirklich?
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wirkt für viele wie eine Blackbox. Dabei folgt der Tag klaren Abläufen – von der Check-in bis zur Ergebnisbesprechung. Wer weiß, was ihn erwartet, kann sich gezielt vorbereiten und Stress reduzieren. Wir führen Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf und verraten, worauf Gutachter:innen besonders achten.
1. Anmeldung und Check-in
Nach der Terminvergabe erscheinen Sie mit Personalausweis, Einladungsschreiben und gegebenenfalls Abstinenznachweisen. Bereits an der Rezeption prüfen die Mitarbeitenden, ob alle Unterlagen vollständig sind. Fehlende Bescheinigungen können zu Verschiebungen oder sogar zur Ablehnung führen. Planen Sie ausreichend Zeit für die Anreise ein, damit Sie ruhig ankommen.
Tipp: Notieren Sie in Ihrer Vorbereitungsliste, welche Dokumente Sie im Original und als Kopie mitbringen. So vermeiden Sie hektisches Suchen am Untersuchungstag.
2. Medizinischer Teil
Je nach Fragestellung werden Blutdruck, Sehvermögen, Reaktionsfähigkeit und ggf. Laborwerte erhoben. Bei Alkohol- oder Drogenfragestellungen können spontane Urin- oder Atemalkoholtests angeordnet werden. Auffälligkeiten müssen begründet werden – ein ärztliches Attest über chronische Erkrankungen liefert hier Sicherheit.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um Kreislaufproblemen vorzubeugen.
- Medikamente nur nach Rücksprache mit Ärzt:innen einnehmen und dokumentieren lassen.
- Vermeiden Sie kurzfristige Diäten oder Extremsport kurz vor dem Termin.
3. Leistungstests
Am Computer werden Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Belastbarkeit geprüft. Die Tests sind standardisiert, dennoch lohnt sich Training. Unsere Vorbereitung umfasst Simulationen, damit Sie mit Bedienung und Zeitdruck vertraut sind.
Falls Sie im Testdurchlauf deutlich unter dem Durchschnitt liegen, fragen Sie nach einem zweiten Versuch. Legen Sie dar, woran es lag (z. B. Nervosität, Verständnisproblem). Ein souveräner Umgang zeigt Selbstreflexion.
4. Das psychologische Gespräch
Herzstück der MPU ist das Gespräch mit der Verkehrspsychologin oder dem Verkehrspsychologen. Themen sind Vorgeschichte, Einsicht in die Ursachen, aktuelles Verhalten und Zukunftsstrategie. Es reicht nicht, pauschal Reue zu zeigen – gefragt sind konkrete Beispiele und nachvollziehbare Pläne.
Strukturieren Sie Ihre Antworten nach den Leitfragen: Was ist passiert? Warum ist es passiert? Was hat sich verändert? Wie halte ich die Veränderung? Nutzen Sie Ihr Vorbereitungstagebuch als Gedächtnisstütze.
5. Ergebnis und weiteres Vorgehen
Das Gutachten wird nicht sofort ausgehändigt. Innerhalb weniger Tage erhalten Sie es per Post. Prüfen Sie das Ergebnis sorgfältig, bevor Sie es an die Führerscheinstelle weiterleiten. Bei einem negativen Gutachten lohnt eine fachkundige Analyse, um gezielte Nachbesserungen vorzunehmen.
Gut zu wissen
Sie dürfen entscheiden, ob das Gutachten direkt an die Behörde geschickt wird. Nutzen Sie Ihr Einsichtsrecht, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
6. Vorbereitung für einen souveränen Auftritt
Erfolgreiche Kandidat:innen haben eines gemeinsam: Sie kennen ihre Geschichte und können sie glaubwürdig erzählen. Dazu gehören Abstinenznachweise, Reflexionsprotokolle, Nachweise über Kurse sowie ein realistischer Alltag ohne alte Risikomuster. Beginnen Sie frühzeitig mit der Vorbereitung – idealerweise mindestens drei Monate vor dem Untersuchungstermin.
Checkliste für den MPU-Tag
- Einladung, Ausweis, vorhandene Gutachten und Abstinenznachweise
- Liste Ihrer Verhaltensänderungen und Unterstützungsangebote
- Gesunder Schlaf am Vorabend, leichtes Frühstück am Morgen
- Plan B für öffentliche Verkehrsmittel oder Begleitperson